Ein Schwerpunkt unserer nuklearmedizinischen Tätigkeit liegt in der Untersuchung und Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen.

 

Wir gewährleisten eine umfassende Abklärung von Schilddrüsenerkrankungen und führen Verlaufskontrollen sowie Nachsorgeuntersuchungen nach OP oder Radiojodtherapie entsprechend den geltenden Leitlinien der wissenschaftlichen Fachgesellschaften durch.

 

Hierzu kann je nach Erfordernis eine breite nuklearmedizinische Labordiagnostik, eine Sonographie einschließlich Farbduplex und bedarfsweise Elastographie, eine Schilddrüsenszintigraphie, Uptake-Messungen, eine Tumorszintigraphie (MIBI) bzw. eine Feinnadelpunktion zählen.

 

Radiojodtherapie gutartiger und bösartiger Schilddrüsenerkrankungen

Die Schilddrüse ist das einzige Organ im Körper, das Jod verstoffwechselt. Diese Tatsache macht man sich seit mittlerweile mehr als 60 Jahren zu Nutze, um bestimmte Schilddrüsenerkrankungen zu behandeln. Dabei wird von den Patienten radioaktives Jod-131 als Kapsel geschluckt, das sich gezielt vor allem in überaktiven Schilddrüsenzellen anreichert. Damit werden z.B. Hyperthyreosen, Überfunktionen der Schilddrüse behandelt, die durch heiße Knoten (sog. „autonome Adenome“), eine generelle Schildrüsenautonomie oder eine Autoimmunerkrankung (Basedowsche Erkrankung) entstanden sind. Die Radiojodtherapie wird auch zur Verkleinerung von vergrößerten Schilddrüsen („Strumatherapie“) verwendet. Die Radiojodtherapie ist außerdem unverzichtbarer Bestandteil einer erfolgreichen Behandlung von Patienten mit Schilddrüsenkrebs. Sie wird bei diesen Patienten nach der Schilddrüsenoperation zur Beseitigung von verbliebenem Schilddrüsengewebe und zur Zerstrahlung von eventuellen Absiedlungen des Schilddrüsentumors (sog. „Metastasen“) in verschiedenen Organen bis hinunter zur mikroskopischen Ebene („Mikrometastasen“) eingesetzt. Dank der Radiojodtherapie können im Gegensatz zu den meisten anderen bösartigen Tumoren auch Patienten mit Schilddrüsenkrebs im fortgeschrittenen, metastasierten Stadium oftmals noch geheilt werden.

 

Nebenwirkungen sind selten und dosisabhängig. Eine Unterfunktion der Schilddrüse als Folgeerscheinung kann eintreten und ist bei manchen Fragestellungen auch Therapieziel. Die Radiojodtherapie muss in Deutschland immer stationär erfolgen. Die stationäre Verweildauer beträgt dabei mindestens 48 Stunden, im Durchschnitt etwa 3-4 Tage.

 

Im AKH Celle betreiben wir belegärztlich eine nuklearmedizinische Therapiestation (sechs Betten). Dies bietet für Sie als Patient im Behandlungsfall den Vorteil, dass Sie uns schon kennen und wir über Ihre Vorerkrankungen genau unterrichtet sind. So gelingt uns eine enge Verzahnung von Vordiagnostik, stationärer Therapie und Nachsorge. Selbstverständlich können die Nachsorgeuntersuchungen auch bei einem niedergelassenen Nuklearmediziner Ihres Vertrauens vorgenommen werden.

 

Unser Behandlungsspektrum umfasst die stationäre Radiojodtherapie gutartiger Schilddrüsenerkrankungen sowie bösartiger Schilddrüsentumore und ihrer Metastasen.

 

Ferner sind wir auf die stationäre Radiojodganzkörperdiagnostik (einschließlich SPECT) von bösartigen Schilddrüsenerkrankungen spezialisiert. Wann immer möglich und sinnvoll setzen wir bei der Behandlung bösartiger Schilddrüsenerkrankungen rekombinantes TSH (Thyrogen®) ein, um unseren Patienten die Beschwerden einer anderenfalls erforderlichen Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) zu ersparen.

 

Noch einige Worte zur Therapiestation: Diese wurde 2008 komplett renoviert und befindet sich auf dem neuesten technischen Stand. Um Ihnen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten, verfügt die Station über großzügige Ein- und Zweibettzimmer jeweils mit Bad, Balkon, Telefon, Fernseher und Internetanschluss. Ein Gemeinschaftsraum ermöglicht den Kontakt zu Mitpatienten.

 

Hier haben wir Ihnen einige interessante Verweise auf andere Homepages zum Thema Schilddrüse zusammengestellt.

   

 

www.schilddruese.de
Schilddrüsen-Initiative Papillon

 

Schilddrüsenkrebs
Selbsthilfe Forum "Ohne Schilddrüse leben"

 

www.bdn-online.de
Berufsverband Deutscher  Nuklearmediziner e.V.

 

www.nuklearmedizin.de
Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V. (DGN)