Hier werden energiereichere Radiopharmaka eingesetzt, die in der Lage sind, krankhaft veränderte Zellen zu zerstören. Alle eingesetzten Substanzen haben nur eine sehr geringe Eindringtiefe, so dass umliegendes Gewebe geschont wird und Nebenwirkungen sehr selten sind.

 

Radiosynoviorthese (RSO):
Die RSO ist eine nuklearmedizinische Lokaltherapie bei primär entzündlichen Gelenkerkrankungen und bei aktivierter Arthrose (degenerative Erkrankung mit reaktiver, begleitender Entzündung). Unter Durchleuchtungskontrolle wird eine genau berechnete Dosis entsprechenden Radiopharmakons direkt in die Gelenkhöhle gespritzt. Damit wird die entzündete Gelenkschleimhaut von „innen“ bestrahlt. Das angrenzende gesunde Gewebe, wie Knorpel und Knochen, wird in der Regel von der Radioaktivität nicht erreicht. Nach der Behandlung wird das Gelenk ca. 48 Stunden ruhig gestellt, damit die Aktivität nicht über die Lymphbahnen abströmen kann. Es können in einer Sitzung mehrere Gelenke gleichzeitig behandelt werden. Vor jeder RSO muss anhand einer Szintigraphie überprüft werden, ob eine aktive Entzündungsreaktion vorliegt, da nur dann die RSO erfolgversprechend ist. Bei sachgemäßer Therapie werden keine ernsthaften Nebenwirkungen beobachtet. Die Beschwerdesymptomatik bessert sich in Bezug auf Schmerz, Schwellung und Gelenkbeweglichkeit. Manche Patienten verspüren bereits nach wenigen Tagen eine deutliche Besserung. In aller Regel setzt die volle Wirkung erst nach 2 – 6 Monaten ein. Die RSO ist deshalb eine sehr effiziente und schonende Therapieform mit lang anhaltendem positiven Effekt.

 

Schmerztherapie von Knochenmetastasen:
Bei einigen Krebserkrankungen (z.B. Prostatakrebs, Brustkrebs) können sich Tumorabsiedlungen (Metastasen) in den Knochen entwickeln. Bei einem Teil der Patienten resultieren daraus Beschwerden, die in der Regel durch die üblichen Schmerzbehandlungen (Medikamente, Chemotherapie, lokale Bestrahlung) gut beherrschbar sind. Manchmal ist der Befall so ausgedehnt, dass mit den üblichen Therapieformen keine ausreichende Schmerzlinderung erzielt werden kann. Hier besteht die Möglichkeit, durch Einbringen einer radioaktiven Substanz (z.B. Samarium-153) eine Besserung der Symptomatik zu erreichen. Dazu wird das Radiopharmakon in eine Vene injiziert und "sucht" sich selbst den Weg zu den Knochenmetastasen. Der Behandlungseffekt hält meist drei bis zwölf Monate an. Die Therapie kann im Bedarfsfall nach jeweils drei Monaten wiederholt werden. Die Behandlung wird ambulant durchgeführt und erfordert als Vordiagnostik neben einigen Laborwerten ein aktuelles Knochenszintigramm. Unerwünschte Nebenwirkungen treten nur sehr selten auf.

 

Radiojodtherapie:

Die Radiojodtherapie wird im Abschnitt Schilddrüsendiagnostik und
-therapie
beschrieben.

 

Informationen zur Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen finden Sie unter: Schilddrüsendiagnostik und -therapie