Wie sieht die Untersuchung aus?

Zur Durchführung der Untersuchung bekommen die Patienten das entsprechende Radiopharmakon in der Regel in eine Vene injiziert. Manchmal wird stattdessen eine Kapsel oder Flüssigkeit verabreicht. Wenn die notwendige Wartezeit verstrichen ist, werden sie vor unseren Mess- und Aufnahmegeräten gelagert bzw. positioniert.

Unsere Messgeräte, die "Gammakameras", zeichnen die aus dem untersuchten Organ kommende Strahlung auf und wandeln sie in ein für den Arzt verwertbares Bild, das sogenannte Szintigramm, um. Die Aufzeichnung erfolgt für Sie also völlig schmerzfrei.

Die Aufzeichnungsdauer ist sehr unterschiedlich und abhängig von dem untersuchten Organ. Sie kann 2 Minuten, aber auch bis zu einer Stunde betragen.

 

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Warum lässt sich die Wartezeit nicht vermeiden?

Um ein qualitativ hochwertiges Szintigramm anfertigen zu können, muss sich in dem betreffenden Organ genügend von der Strahlensubstanz angereichert haben. Dadurch entsteht bei den meisten Untersuchungen eine Wartezeit, die unterschiedlich lang ist. So kann bereits nach 5-15 Min. ein Schilddrüsenszintigramm aufgezeichnet werden, während ein Knochenszintigramm erst nach 2-3 Stunden erstellt werden kann. Mit der Hirnrezeptorszintigraphie wird z.B. erst nach 4 Stunden begonnen. Bei einigen Untersuchungen sind zusätzlich auch Aufnahmen am nächsten Tag erforderlich. Andere Untersuchungen hingegen, wie z.B. die Nierenfunktionsszintigraphie, Lungenszintigraphie oder Sentinel-node-Szintigraphie gehen gleich nach der Verabreichung des Radiophamakons los.

 

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Gefahren und Schädigungen

Von einer Venenpunktion abgesehen haben sie keine Schmerzbelästigung zu erwarten. Ausnahme ist die Sentinel-node-Szintigraphie, bei der die Untersuchungssubstanz abhängig vom Tumortyp unter die Haut oder in das den Tumor umgebende Gewebe injiziert wird.
Die Menge des verwendeten Radiopharmakons liegt zumeist im Bereich von einigen millionstel Gramm, so dass es in der Nuklearmedizin praktisch keine allergischen oder sonstigen Überempfindlichkeitsreaktionen gibt. Das Radiopharmakon und damit die Strahlung wird im Regelfall sehr schnell über die Nieren bzw. den Verdauungstrakt aus dem Körper ausgeschieden. Dadurch ist die Strahlenexposition bei nuklearmedizinischen Untersuchungen generell gering und liegt zumeist im Bereich der natürlichen Strahlenbelastung, die etwa 3 mSv beträgt. Die Spanne reicht dabei von 0,5 mSv bei einer Schilddrüsenszintigraphie bis etwa 10 mSv bei der selteneren Somatostatinrezeptorszintigraphie. Durch die zumeist geringe Strahlenexposition nuklearmedizinischer Untersuchungen sind diese bei entsprechender Indikation auch für Kinder geeignet.

 

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Ausnahmen

Bei Frauen im gebärfähigen Alter sollte vor einer nuklearmedizinischen Untersuchung immer feststehen, dass keine Schwangerschaft besteht. Besonders in den ersten 3 Schwangerschaftsmonaten führen wir - von lebenswichtigen Ausnahmen abgesehen - keine Untersuchung mit radioaktiven Substanzen durch.

Wir müssen uns im Interesse des werdenden Kindes auf Ihre Angaben - schwanger oder nicht - verlassen können.

Zu Ihrer Beruhigung sollten Sie aber wissen, dass auch im Falle einer nachträglich festgestellten Schwangerschaft keine Schädigung des Kindes durch die diagnostische Anwendung radioaktiver Substanzen zu erwarten ist.

 

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